Maria de la Paz (1862-1946)

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Maria de la Paz (1862-1946)

Beitrag  Roseninsel am So Apr 04, 2010 9:28 pm

Maria war eine spanische Prinzessin und heiratete 1883 den Sohn von Ludwigs Onkel Adalbert, Ludwig Ferdinand.
Sie und ihr Mann waren gut mit Ludwig befreundet. 1917 schrieb´Maria ihre Lebenserinnerungen.


Maria Della Paz war eine der wenigen Personen, die (11./12. Mai 1883) den Wintergarten betreten durften, sie berichtet: „Lächelnd hob der König einen Vorhang zur Seite. Ich war verblüfft, denn ich sah einen riesigen, auf venezianische Art beleuchteten Garten mit Palmen, einem See, Brücken, Hütten und schloßartigen Bauwerken. Geh, sagte der König, und ich folgte ihm fasziniertwie Dante Vergil ins Paradies. Ein Papagei schaukelte sich an einem goldenen Reif und schrie mir „Guten Abend“ entgegen, während ein Pfau gravitätisch vorüberstolzierte. Wir gingen auf einer primitiven Holzbrücke über einen beleuchteten See und sahen zwischen Kastanienbäumen vor uns eine indische Stadt. Als eine verdeckte Militärmusik meine Marcha de Infantes anstimmte, sagte ich dem König mit Überzeugung, daß dies der Höhepunkt seiner Aufmerksamkeit sei. Wir kamen zu einem blauseidenen mit Rosen überdeckten Zelt. Darin war ein Stuhl, von zwei Elefanten gtragen, davor lag ein Löwenfell. Der König führte uns weiter auf einem schmalen Pfad zum See, worin sich ein künstlicher Mond spiegelte, Blumen und Wasserpflanzen magisch beleuchtend. An einen Baum war ein Boot gebunden, wie es die Troubadurs in alter Zeit benutzten. Wir kamen dann zu einer indischen Hütte. Fächer und Waffen dieses Landes hingen von der Decke herab. Mechanisch blieb ich stehen, bis der König wieder zum Weitergehen mahnte. Plötzlich glaubte ich mich in die Alhambra verzaubert. Ein kleines, maurisches Zimmer mit einem Brunnen in der Mitte, von Blumen umgeben, versetzten mich in meine Heimat. An den Wänden zwei prächtige Divane. In einem anschließenden runden Pavillon hinter einem maurischen Bogen war das Abendessen gerichtet. Der König wies mir den Mittelplatz an und klingelte leise mit einer Tischglocke. Von meinem Platz aus sah ich durch den Bogen hindurch herrliche Pflanzen im Schein verschiedenfarbiger Lichter, während unsichtbar Chöre leise sangen. Plötzlich war ein Regenbogen zu sehen. Mein Gott, rief ich unwillkürlich aus, das ist doch ein Traum.“ „Du wirst auch mein Schloß Herrenchiemsee sehen“ „Ich träumte also nicht - der Mann neben mir war der König von Bayern.“

Maria de la Paz ist in der St. Michaelkirche in München begraben.
Eine ihrer Kinder war die Malerin María del Pilar (1891-1987).
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